Offene Ganztagsschule

In der Offenen Ganztagsschule (OGS) im Primarbereich nehmen die angemeldeten Schülerinnen und Schüler der Schule an den so genannten außerunterrichtlichen schulischen Angeboten teil. Diese kompliziert klingende Formulierung (außerunterrichtliche schulische Angebote) beschreibt die grundlegende Konstruktion: Die Aktivitäten der OGS sind zwar keine Bestandteile des Unterrichts nach Stundenplan, aber doch Teil des schulischen Angebots. Das hat nicht nur Folgen für rechtliche Fragen (z.B. Versicherung der Kinder), sondern zeigt sich auch darin, dass die Einrichtung der Schule als OGS der Zustimmung der Schulkonferenz bedarf.

Diskussionen ergeben sich weniger über die Frage der Angebote zur Förderung und zur Betreuung. Häufiger zeigen sich Eltern irritiert über die Frage der Verbindlichkeiten, auf die sie und ihre Kinder sich einlassen. 

Die für Schulen und Träger verbindliche Vorgabe des Landes findet sich in Punkt 1.2 des Ganztagserlasses:

„In einer offenen Ganztagsschule im Primarbereich (§ 9 Abs. 3 SchulG) nimmt ein Teil der Schülerinnen und Schüler der Schule an den außerunterrichtlichen Angeboten teil. Die Anmeldung bindet für die Dauer eines Schuljahres und verpflichtet in der Regel zur regelmäßigen und täglichen Teilnahme an diesen Angeboten.“

Wie der Ausdruck 'in der Regel' zu interpretieren ist, führt immer wieder zu Diskussionen vor Ort. In unseren Einrichtungen vertreten wir - gemeinsam mit den Schulleitungen - eine Haltung, die einerseits konkrete, nachvollziehbare und vor allem für die Kinder bedeutsame Ausnahmen von der Regel möglich macht. Gleichzeitig plädieren wir bei allem Verständnis für die jeweiligen Wünsche der Eltern auch dafür, unseren Anspruch an die Qualität unserer Angebote umsetzen zu können. Wenn wir in der OGS mehr als eine "Verwahranstalt" für Kinder sein wollen, müssen wir für unsere Angebote verlässliche Rahmenbedingungen haben. Und dazu gehört auch das Wissen, wann welche Kinder anwesend sind und an den für sie angebotenen Aktivitäten teilnehmen können.

Zu der notwendigen Verlässlichkeit gehört auch, dass Ihre Anmeldung für ein Schuljahr gilt. Die Anzahl der gemeldeten Kinder bildet im Vorfeld die Grundlage für unsere personelle und finanzielle Planung. Es ist sicherlich leicht nachzuvollziehen, dass wir dabei diese Sicherheit haben müssen. Aber auch hier gilt, dass aus zwingenden Gründen (z.B. Schulwechsel) die Vertragsgrundlage entfallen kann. Diese Punkte - ebenso wie die Frage der Festlegung der Elternbeiträge - werden durch den Schulträger geregelt und sind Gegenstand der vertraglichen Vereinbarungen. 

Das Land NRW wiederum formuliert im Zusammenhang mit der Gewährung der Fördermittel klare Erwartungen auch an uns als Träger. Am prägnantesten auf den Punkt gebracht hat das die Serviceagentur ganztägig lernen auf ihrer Internetseite:

Die Fördergelder, die an den außerunterrichtlichen Träger gezahlt werden, dienen auch dazu, dass Vernetzungsarbeit, Teilnahme am Unterricht, Austausch mit den Lehrkräften, Mitwirkung in Gremien und Steuergruppen, allgemeine Vorbereitung vor Ort in der OGS seitens des pädagogischen Personals des Trägers möglich ist. Die Zielsetzung der OGS als Bildungs- und Erziehungsinstitution soll eben nicht eine bloße Betreuung darstellen, die lediglich zeitliche Betreuungslücken der Eltern auffängt, sondern ein umfassendes Konzept der Bildungsförderung der anvertrauten Kinder, das eine Vernetzung und Rhythmisierung des Unterrichts und der Angebote im Rahmen der OGS verfolgt und somit auch Bildungschancengleichheit aller Kinder ermöglicht. Die Umsetzung dieser Zielsetzung sowie die Entwicklung und Sicherstellung von Qualitätsstandards ist auch hinsichtlich der Finanzierung nur möglich, wenn die OGS nicht als ein bloßes Betreuungskonzept verstanden wird, bei dem von 8 Uhr morgens durchgängig bis 16 Uhr nachmittags die Kinder nach Bedarf abgegeben und wieder abgeholt werden.